Gatekeeping Geography through National Independence: Stories from Harvard and Dublin

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Title: Gatekeeping Geography through National Independence: Stories from Harvard and Dublin
Authors: Buttimer, Anne
Permanent link: http://hdl.handle.net/10197/10758
Date: Mar-1995
Online since: 2019-06-06T11:50:57Z
Abstract: "Gralshüter" der Geographie im Kontext nationaler Unabhängigkeit: Die Beispiele Harvard und Dublin Der Stellung der Geographie als Wissenschaft spiegelt die wechselnden Geschicke von Nationen und Staaten wider, blühend in Zeiten gesellschaftlichen Selbstvertrauens, des Altruismus oder der expansionistischen Herausforderung; erschlaffend beim Rückzug auf Routineaufgaben nationaler Haushaltsführung und Bestandsaufnahme, im Schreiben von Lehrbüchern bzw. in praxisorientierten Untersuchungen in Zeiten der Stabilität oder Depression. Perioden des Strebens nach Unabhängigkeit sind besonders geeignet, Zusammenhänge zwischen geographischern Denken und politisch-sozialem Kontext zu untersuchen. Wie sich solche Ereignisse auf die wechselnden Strömungen der Geographie als akademische Disziplin auswirken, ist von Ort und Zeit abhängig; die wechselnden Trends im politischen und geistigen Leben sind selten gleichlaufend. Dieser Beitrag untersucht Elemente des geographischen Denkens in den Programmen nationaler Unabhängigkeit in Amerika im 18. und in Irland im 20. Jahrhundert am Beispiel der Curricula zweier kolonialer Colleges: des Harvard College in Massachusetts und des Trinity College in Dublin. Ähnliche Ideen und sogar ähnliche Texte wurden unterschiedlich ausgelegt und spiegeln somit die Bedeutung der "Gralshüter" und Zeitumstände. Obwohl beträchtliche Unterschiede in den historischen Rahmenbedingungen bestanden, gab es doch bemerkenswerte Ähnlichkeiten in der Abfolge von Denkstilen und -praktiken, die der jeweiligen nationalen Befreiung vorausgingen bzw. ihr folgten. Drei zentrale Themen lassen sich herausarbeiten: Erstens muss auf der Ebene der politischen Rhetorik unterschieden werden zwischen den durch die Gedanken der Aufklärung getragenen "Revolutionen" des 18. Jahrhunderts und der damit verbundenen Vorstellung vom Staat als einem rationell organisierten Mechanismus auf der einen Seite und den romantisch inspirierten" Höhenflügen" des späten 19. und des 20. Jahrhunderts und den damit assoziierten Vorstellungen von der Nation als Verkörperung von Identität und kultureller Integrität eines Volkes andererseits. Zweitens wird auf der Ebene der Denkmuster ein wesentlicher Unterschied zwischen den engeren Weltsichten gemacht, die politische Bewegungen im Vorfeld der Unabhängigkeit hervorbrachten, gegenüber weiteren Weltsichten, die im Nachhinein Sensibilität für Landschaft, Kultur und die Aufgaben des Staates begünstigten. Untersucht man drittens die Ebene der allgemeinen Akzeptanz, dann ist zu unterscheiden zwischen der "Befreiung von" und der "Freiheit zu": das Schwergewicht auf ersterer begünstigt häufig Strukturen, die Unterdrückung verschleiern bzw. rechtfertigen. In Anbetracht der sich dramatisch verändernden politischen Voraussetzungen lassen sich für die Praxis geographischer Forschung im späten 20. Jahrhundert sicherlich mancherlei Lehren aus diesen Beispielen ableiten.
Type of material: Journal Article
Publisher: Universität Bonn
Journal: Erdkunde
Volume: 49
Issue: 1
Start page: 1
End page: 16
Keywords: HarvardDublinGeography
DOI: 10.3112/erdkunde.1995.01.01 
Language: en
de
Status of Item: Peer reviewed
Appears in Collections:Geography Research Collection

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